4 Nanjing 南京, Suzhou 苏州, Hangzhou 杭州

Mittwoch, 06.04.2016

Auf dem Rückweg vom Huangshan Richtung Shanghai machten wir noch in Nanjing und Suzhou halt. Nanjing besitzt die größte Stadtmauer der Welt (aller Zeiten) mit mehr als 35 km Länge (auf Platz 2 kommt Paris mit 29.5 km). Auch heute noch ist die Stadtmauer weitestgehend erhalten und man kann stundenlang auf ihr entlangmarschieren:

 

Auch hier wieder schnell Gesprächspartner gefunden, die uns unter anderem erklärt haben, dass für diese Stadtmauer doch tatsächlich auf jedem einzelnen Stein der Name des Steinmetzes eingraviert worden ist (das ist auf der Mauer auch überall sichtbar)

Durch Zufall kamen wir noch bei einem "Zockercafe" vorbei, das mal wieder gezeigt hat, wieviele heutzutage in Parallelwelten unterwegs sind:

Direkt in der Nähe dann eine Möglichkeit zur Kleinkinderbetreuung (damit die Eltern in Ruhe einkaufen gehen können). Hier war Badewanne, Wickeltisch, usw. alles dabei. Hat wieder gezeigt, wie kinderfreundlich es in China ist:

Geniale Kombination von "Parallelwelt" und echter Welt: Mit Wasserspritzpistole auf Figuren im Bildschirm schießen:

Dann gings weiter nach Suzhou, die für mich schönste Stadt auf meiner Reise. Viele Wasserkanäle, Lichtspiele, Gärten usw. Vielleicht deshalb so schön, weil sie nicht so wirklich riesig war, sondern ein definiertes Zentrum hatte und man mehr oder weniger alles zu Fuß machen konnte. Aber definitiv deshalb so gut, weil der auf dem Huangshan kennengelernte Chinese uns die schönsten Ecken der Stadt gezeigt hat:

Final hat er uns natürlich zum Essen eingeladen, Restaurant echt stilvoll:

Und das ist er, der Suzhou-er:

Nanjing mit Stadtmauer und See war echt schön, leider bisschen kalt, regnerisch. Suzhou eine wirklich schöne Stadt, mit dem Zug keine 30 min. von Shanghai entfernt. Tempo ist deutlich entspannter als in Shanghai, es ist deutlich grüner und die Wasserkanäle geben echt was her.

 

In Hangzhou waren wir im Anschluss auch noch, allerdings war dieser Tag recht regnerisch, so dass sich die eigentliche Sehenswürdigkeit, der Westsee, nicht im besten Glanz präsentiert hat.

3 Huangshan 黄山 - ein Stück Natur

Mittwoch, 06.04.2016

Nahe bei Shanghai (ca. 400km entfernt) befindet sich der Huangshan. Ein für seine Schönheit sehr bekanntes Bergmassiv in China, und tatsächlich wars recht schön:

Nachdem für die letzten beiden Bahnfahrten der Superschnellzug (306 km/h durchgängig) das Verkehrsmittel der Wahl war, gings zum Huangshan jetzt mit einem Nachtzug. Dabei hat jeder Fahrgast ein solches Bett zur Verfügung: 

Recht komfortabel, vor allem, weil es keine geschlossenen Kabinen gab und man die Füße hinten rausstrecken konnte. Und obwohl klein, doch erstaunlich bequem. 

Am Endbahnhof angekommen gibt es dann gleich Busse, die einen zum Fuß des Bergmassivs fahren. Nach einem Tag waren wir dann hier:

...und haben den Sonnenuntergang bestaunt

Übernachtung auf dem Berg in einer Art Berghütte/Berghotel, dort dann im 6er-Zimmer gleich einen Chinesen kennengelernt, der uns ein paar Tage später in seine Heimatstadt Suzhou eingeladen hat (dazu später mehr).

Krass zu sehen sind die Schlepper, die Essen, Trinken usw. den kompletten Berg hochtragen (man betrachte allein den 6er 1,5l Sprite links unten im Bild)

Huangshan also auf jeden Fall sehenswert! 

2 Shanghai - Stadt zum Angeben

Dienstag, 05.04.2016

Nach etlichen Wochen ohne Eintrag jetzt endlich mal wieder was neues. Da die Bilder während des Reisens alle mit der Reisekamera aufgenommen wurden, war es ohne Laptop schwierig, jedes Mal den Blog zu aktualisieren. Deshalb jetzt in den nächsten Tagen immer wieder ein paar Einträge über "Die längste Reise meines Lebens".

Es ist unmöglich, alles wiederzugeben was alles erlebt wurde, welche Freundschaften alle entstanden sind, welche Dinge ich alle über die Menschen und ihr Land gelernt habe, usw.

Ich versuche, Wichtiges, Wunderbares, Überraschendes und einfach das, was hängengeblieben ist, in den nächsten Beiträgen wiederzugeben. Da bekanntlich ein Bild mehr als tausend Worte sagt, werde ich hauptsächlich Bilder sprechen lassen.

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Station 2 (nach Qingdao) war also Shanghai. Eine unglaublich schöne Kulisse bieten natürlich die beiden Flussseiten: Die eine ganz modern, Wolkenkratzer bestimmen das Bild, die bekannte Kulisse Shanghais eben:

 

Die 3 bekannten, unter ihnen der Flaschenöffner:

Auf der anderen Flussseite findet sich eine ebenso schöne Kulisse, aber in ganz anderem Stil. Erinnert an die europäischen Baustile:

 

Für alle Technik-Fans ein Muss ist natürlich die Magnetschwebebahn, die zum Flughafen saust (bis 430 km/h). Statt 55 min. S-Bahn fahren kann man somit in 8 min. zum Flughafen kommen. Hier ein Blick vom Startbahnhof auf die "Gleise":

Und das Gefährt:

  

Trotz aller Moderne finden sich in Shanghai auch viele traditionelle Gebäude:

Insgesamt ist Shanghai eine lebendige, moderne Stadt, in der eindrucksvoll gezeigt wird, zu was die Architekten dieser Welt fähig sind. Es gibt einige Gärten, ein sehenswertes Stadtplanungsmuseum, in dem u.a. die Motivation der Stadt, eine grüne Stadt zu sein, dargestellt wird, viele tolle Jugendherbergen mit netten Aufenthaltsmöglichkeiten, gemütliche Bars usw. 

Auf der anderen Seite ist es eine Stadt die einmal mehr zeigt, was die Reichen dieser Welt sich so gönnen; Clubs/Cafes/Bars im 100. Stock eines Wolkenkratzers oder eine Klobrille mit 10 Funktionen, an die man nie zuvor je gedacht hätte dass sie eine Klobrille haben würde machen einem das ab und zu deutlich. 

1 Qingdao

Donnerstag, 14.01.2016

Die "deutsche" chinesische Hafenstadt am Pazifischen Ozean ist die erste Anlaufstation. Beruehmt ist sie in ganz China fuer die Biermarke Tsingtao, die hier 1903 von deutschen Siedlern gegruendet wurde. Tsingtao deshalb, weil die Deutschen frueher den Namen Qingdao wohl nicht korrekt verstanden hatten und auch deshalb, weil die moderne chinesische Lautschrift von heute damals noch nicht benutzt wurde. Somit konnte den deutschen Besatzern wahrscheinlich nicht schriftlich mitgeteilt werden, wie man den Namen dieser Stadt wohl ausspricht. Die Deutschen waren um 1900 in Qingdao.

In der Brauerei angekommen, haben wir es auch gleich mal aufs Etikett geschafft:

Es gibt in Qingdao auch heute noch ein paar europaeisch aussehende Gebaeude, unter anderem ein grosses luxurioeses Herrenhaus aus den 1900er Jahren. Dessen Baukosten waren so hoch, dass Kaiser Wilhelm bei Feststellen des Rechnungsbetrags den deutschen Gouverneur sofort des Amtes enthob. 

Da das Uebernachten in chinesischen Hotels nicht besonders teuer ist, haben wir uns fuer die ersten 2 Tage ein Hotel direkt am Pazifik gegoennt, hier der Ausblick vom Hoteleingang aus:

Ansonsten hat Qingdao viele viele Meeresfruechte zu bieten. Alle Sorten an Muscheln usw. werden koestlich zubereitet und in einem der vielen vielen Restaurants, Essbuden verkauft. Qingdao hat noch eine recht schoene Uferpromenade:

Am Strand werden Muscheln und Ketten verkauft:

Auf dem Weg nach Qingdao bin ich das erste Mal einen Hochgeschwindigkeitszug gefahren, der so faehrt, wie man sich das vom ICE immer wuenscht. Doch zunaechst zu den Bahnhoefen:

Bemerkenswert an Chinas Bahnhoefen ist, dass die enormen Menschenstroeme sehr intelligent geleitet werden. So gibt es bspw. verschiedene Wartehallen, fuer 4 Gleise immer eine. Es kommen von dort aus nur Menschen aufs Abfahrtsgleis, die auch ein Zugticket dafuer haben. Das "Boarding" (kommt einem wirklich bisschen Flughafenaehnlich vor) beginnt immer ca. 30 min. vor Abfahrt, und in den Schnellzuegen hat jeder einen festen Sitzplatz. Verspaetungen bis jetzt noch nicht erlebt, und die Zuege fahren durchgehend 305 kmh (bremsen erst kurz vorm naechsten Bahnhof ab). Alles super ausgebaut und man kommt schnell voran, also nicht wie in Dtl, wo der ICE mal fuer 10 min. 300 faehrt und dann wieder auf Nichthochgeschwindigkeitsfaehige Gleise trifft. Dies gilt jetzt alles fuer die Schnellzuege der grossen Entfernungen. 

Das wars jetzt mit Qingdao, die Reise geht weiter nach Shanghai, Chinas "Angeberstadt". 

Hier habe ich noch ein Bild aus Beijing ausgegraben, keine 50m vom internationalen Studentenwohnheim entfernt. Da der Fahrradreperateur im Winter nichts zu tun hat, hat er sich doch glatt seinen Sessel rausgestellt und das Sonnenlicht genossen (ob das jetzt so besonders ist, naja, zumindest wuerde man in Dtl. dafuer schief angeguckt werden) 

Auch dieses Bild habe ich noch gefunden, als ich neulich ueber die Mongolei geflogen bin. Keine Staedte weit und breit, nur Eis, Berge und Schnee, tiefster Winter eben.

Das wars dann schon wieder mit dem Bericht aus Qingdao, bis demnaechst, wenn es Bilder und Erlebnisse aus Shanghai zu sehen gibt!

Reisezeit!

Dienstag, 12.01.2016

Nach einer anstrengenden Pruefungswoche mit 3 universitaeren Sprachpruefungen und dem HSK 4 Test sowie diversen Abschiedsveranstaltungen und Karaoke Abenden gehts jetzt endlich los! China muss entdeckt werden, geplant sind 2 Rundreisen. Die erste sieht so aus: 

1. Rundreise

Zuerst ist also die halbe Ostkueste sowie der Nordosten Chinas dran. Da es momentan Winter ist, ist das wohl der kalte Teil der Reise. Die geplanten Stationen sind: Beijing > Qingdao > Shanghai > Huangshan > Harbin > Shenyang > Beijing. Zeitraum: 11.1. bis 8.2. 

Ich versuche auf den Zwischenstationen jeweils Berichte und Bilder online stellen zu koennen, hier in Shanghai in der Jugendherberge funktioniert das schonmal ganz gut!

Gruesse und bis zum naechsten Mal!

 

Dezember in Beijing

Samstag, 19.12.2015

China - ja das ist im Dezember auch Smog. Momentan wechseln sich gefühlt 3 gute mit 3 schlechten Tagen ab. Dann heißt es 2, 3 Tage drinnen bleiben, Fenster dauerhaft geschlossen lassen, 3 Tage die selbe Zimmerluft atmen während die Heizung bollert wie nichts, beim Rausgehen Mundschutz tragen usw.

Wind - das ist das, was sich hier alle wünschen. Setzt Wind ein, ist der Smog schon oft innerhalb weniger Stunden komplett verschwunden und die Luftqualität gleicht der in Deutschland. Rekord war PM 2.5 von 440 --> 13 in 1,5 Stunden (Deutsche Städte haben Werte von ca. 15-20)

Das ist dann die große Befreiung nach 2, 3 Tagen immer schlechter werdender Luft.
Doch die ganz schlimmen Tage innerhalb der letzten 4 Monate lassen sich an zwei Händen abzählen. Das ist die eigentliche Überraschung :D Und so lässt sichs schon leben, hier in Beijing. Hier mal ein Vergleich zwei aufeinanderfolgender Tage, im Hintergrund unsere olympische Sporthalle auf dem Campus:

Smogvergleich  

Basketball - Wir sind 3. geworden. Am Abend des letzten Turniertags gab es eine große Abschlussveranstaltung mit großem Essensbuffet. Da wir 3. wurden, haben wir Medaillen und einen Pokal gewonnen. Das wurde alles finanziert bzw. organisiert von einem Förderprogramm der chinesischen Regierung. Am Abend war dann auch der Stellvertreter der Auslandsabteilung anwesend. Das war das erste Mal, dass ich jmd. von der chinesischen Regierung zu Gesicht bekommen habe. Unser Pokal:

Basketball - 3. Platz

Unser Team auf der Bühne:

Und der Pokal :D

Beijing im Winter - das heißt Kälte. Seit 1 Monat hat es im Schnitt 0 Grad. Schnee gabs auch schon öfters:

China - Die Produktion von LEGO - Produkten unter anderen Namen hat mich auch staunen lassen: 

Es gibt natürlich auch die original LEGO-Produkte, teurer und qualitativ hochwertiger.

7000km - Was nie fehlen darf: Mal wieder auf der Mauer entlang zu wandern. Diesmal bei noch etwas Restschnee: 

Weihnachten - Man könnte ja meinen, hier siehts mit weihnachtlicher Vorfreude schlecht aus. Aber das Gegenteil ist der Fall. Überall blinken Lichter, jedes Kaufhaus hat sich komplett weihnachtlich eingekleidet, in den Aufzügen läuft Jingle Bells, usw. 

Auch Weihnachtsmärkte gibt es hier, mit Glühwein, aber ohne Lebkuchen:

Eine tolle Überraschung gab es vorgestern: Unsere Lieblingsbar hier direkt neben dem Campus hat mir eins ihrer T-Shirts geschenkt, und so ist dieses Foto mit den Barkeepern entstanden:

Ansonsten: China - Das ist, wo man seine Pomelo und Bier-Erdnüsse in die Bar mitnehmen kann. Und wenn der Teller, der eigentlich für die bestellte Pizza gedacht war, mit Pomelo-Schalen-Resten voll ist, kommt die Bedienung und tauscht ihn zuvorkommend gegen einen neuen aus.
Hier kann man seinen eigenen Christstollen mit ins Kaffee nehmen, die Bedienung schneidet ihn sogar noch auf und platziert ihn hübsch auf einem Teller. Unglaublich.

Frohe Weihnachten!

Herbst, Unterricht und ein neues Team

Mittwoch, 18.11.2015

In den letzten Wochen waren die letzten Sommertage auch in Beijing angebrochen, wie hier nochmal zu sehen bei einer Tretbootfahrt in einem der vielen großen Parks: 

Der Herbst kam und mit ihm die unterschiedlichen Farben der Bäume, die die Chinesen unglaublich feiern (unter anderem durch viele begeisterte WeChat-Posts):

 Auch auf dem Xiangshan (sweet-smelling mountain) wird der Herbst genossen:

 

Hier gehen pro Wochenende während der goldenen Jahreszeit ca. 10.000 Chinesen hin, um mal aus der Stadt rauszukommen und die Natur zu genießen. Meine chinesischen Freunde haben einen Wochentag zum Besuchen ausgewählt, also keine Besuchermassen.

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Ansonsten geht der Unterricht immer weiter. Hier wird gerade der große Unterschied zwischen westlicher und chinesischer Essweise erklärt:

In China sitzt man für gewöhnlich am runden Tisch, jeder hat eine kleine Portion Reis vor sich stehen, und alles andere wird in die Mitte des Tisches gestellt und geteilt. Eine angenehme und sehr gemeinschaftliche Art zu essen. Man muss sich halt einig werden, was bestellt werden soll, damit jeder zufrieden ist. Das haben wir dann auch gleich mal ausprobiert und waren als Klasse zusammen mit 2 unserer Lehrer essen:  

Unsere Lehrer stehen ganz links und ganz rechts. Ansonsten sind die verschiedensten Leute in unserer Klasse. 2 Mongolen, 2 Kasachen, ein Libanese und 2 aus dem arabischen Raum, die ihr Studium hier aufnehmen wollen; 3 Deutsche und 1 aus Ruanda, die einfach Chinesisch lernen wollen; ganz viele Südkoreaner, für die Chinesisch aufgrund der engen Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Südkorea äußerst wichtig ist (kommen meist nur für 1 Semester "rübergehüpft").

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Von Seiten der Uni werden viele Aktivitäten hier für uns organisiert, die alle kostenlos sind. Gestern waren wir in der modernen chinesischen Staatsoper (2007 fertiggestellt), für die Marmor aus allen Provinzen Chinas für den Bodenbelag benutzt wurde. Hier finden im Jahr ca. 300 Konzerte/Veranstaltungen statt. Zur Erinnerung hier ein Bild vom Sommer:

Nationaltheater bzw. Oper

Auch ein Besuch der chinesischen Spitzensport-Ausbildungsstätte haben wir mit der Uni wahrnehmen können. Hier haben viele olympische Goldmedaillengewinner ihre Disziplin gelernt und trainiert. In dieser "Halle" hat der olympische Goldmedaillensieger von 2008 im Boxen trainiert:

Hier durften wir selbst uns mal im Taijiquan versuchen. Ansonsten haben wir beispielsweise noch die Trainingshalle der chinesischen Badminton-Nationalmannschaft besucht. Ist aber alles nicht so topmodern wie erwartet. Das Wohnheimszimmer von Bruce Lee (Kampfkünstler) haben wir von außen gesehen, er hat seine Fähigkeiten auch hier erworben.

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Schonmal überlegt, dass woanders die Welt anders dargestellt wird? Und schon ist Europa ganz am Ende der Welt:

Ansonsten gibt es immer wieder sinnlose Jobs zu beobachten, wie hier der Straßenkehrer, der das Wasser wo auch immer hinkehrt, ein Abfluss war jedenfalls weit und breit nicht in Sicht. Das Wasser floss auch immer wieder in die Vertiefung zurück. Aber Arbeit ist Arbeit: 

Mein Basketballteam hat nach wochenlangen Trainings jetzt das erste Turnierspiel gehabt. Das Turnier nennt sich Friendship Messenger Cup for Foreigners in Beijing. Wir spielen also unter anderem gegen die verschiedenen Botschaften der Japaner, Mongolesen, Russen, USA, Kanada usw. und gegen andere Unis. Erstes Spiel gegen die Japanische Botschaft haben wir 69:49 gewonnen, hier ein paar Eindrücke:

  

Dies ist unser Team. Eigene Trikots mit eigenem (sogar chinesischem!) Namen und Nummer haben wir von der Uni bekommen. Solange wir gewinnen, steht jetzt jedes Wochenende ein Spiel an.

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Ansonsten gibts nicht allzuviel neues zu berichten, das Semester läuft eben und ich bereite mich momentan vor allem auf den HSK4-Test vor (entspricht laut den Chinesen dem europäischen Sprachniveau B2). Grüße nach Deutschland! 

Bis bald!

P.S. Hier in China trauert auch jeder mit Paris mit. Dieses Thema ist hier durchaus präsent. Heute im Café hat die Verkäuferin gemeint, "gut, dass ich aus Deutschland komme, da wäre es sicherer als in Frankreich." Als ich ihr von der gestrigen Bombendrohung in Dtl. mit kurzfristiger Spielabsage erzählt hatte, war sie dann besonders froh, in China zu leben. Durch die vielen Kameras überall (selbst in eben jenem Café sind welche) sind chinesische Großstädte aus meiner Sicht als äußerst sicher einzustufen.

Sichuan-Provinz (四川省)

Dienstag, 20.10.2015

 

Über die National Week war ich wie angekündigt in der Sichuan-Provinz unterwegs, gemeinsam mit 3 anderen Deutschen auf eigene Faust. Liegt 3 Flugstunden von Beijing entfernt und grenzt direkt an Tibet. Die ersten 2 Tage haben wir in der Hauptstadt Chengdu verbracht und uns erstmal an das scharfe Essen gewöhnt, für das diese Provinz so bekannt ist. Das Versprechen wurde gehalten, schon zum Frühstück bekam man eine scharfe Nudelsuppe serviert. Auch tagsüber konnte man sich nur schwer von Chilibohnen fernhalten. Am ersten Tag versuchten wir, in das Panda Reservoir Chengdus zu kommen. Aber keine Chance, wovor uns jeder gewahrnt hatte war eingetreten: Vor dem Eingang hatte sich eine 3 Kilometer lange Menschenschlange gebildet; in China ist Urlaub eben rar, und wenn, dann hat ihn jeder gleichzeitig. Das war unser National-Holiday-Schock, und es ist der einzige geblieben. 

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Denn von nun an haben wir das gemacht, was eben kein (oder fast kein) Chinese macht: Wandern. Auf zum Mount Emei (峨眉山). Wir beschlossen, ohne eine Unterkunft gebucht zu haben, nachmittags um 16 Uhr direkt nach Ankunft am Fuß des Berges loszumarschieren Richtung Gipfel. Vor uns lagen 2500 Höhenmeter, die es zu bezwingen galt. Wir hatten gehört, dass es unterwegs immer mal wieder Klöster gab, in denen man übernachten kann. Und 3 Stunden später haben wir tatsächlich eins gefunden (der laute Wasserfall und die tiefschwarze Nacht mitten im Regenwald hatten was für sich): 

Am nächsten Tag gings dann weiter. Unglaublich viele Stufen sind zu bezwingen, die angelegt wurden, um die verschiedenen Klöster miteinander zu verbinden und einen zuverlässigen Weg zu haben, der in diesem steilen und zugleich immer feuchten Gelände Sicherheit bietet. Ohne diese Stufen würde man wohl nie oben ankommen, zu viel Matsch und zu viel Steigung. Ansonsten wunderschöne subtropische Landschaft, die Luft extrem feucht und der Nebel wurde mit jedem weiteren Höhenmeter dichter:

 

 

Auch tagsüber passierten wir immer wieder Buddhistische Klöster, in denen die zentralen Gebetsräume nur so vor Prunk und Glanz strahlten:

   

Der Bambus erreicht hier einfach krasse Dimensionen, hier mal der Durchmesser im Vergleich mit meiner (relativ großen) Hand. Sie erreichen locker eine Höhe von 20-30 Metern. 

  

Und dann war es soweit, der Nebel immer dichter, sollte doch am Ende dieser Treppe die erste langersehnte Begegnung auf uns warten:

   

 

Die Affen. Nach gefühlt 50 Hinweisschildern, die vor aggressiven Affen warnen, saßen sie dann alle auf den Dächern dieses Klosters, während im Innenhof die Menschen standen. Tatsächlich wurden einige angesprungen, die Flaschen mit Wasser an der Seite des Rucksacks deponiert hatten. 3 Sekunden und der Affe hatte was er wollte. Wer jeden Tag trainiert ist eben gut ;)

 

Ein weniger aggressives Exemplar hat sich dann für ein Foto mit dem nahen Verwandten bereit gemacht:

Und gleich nochmal einer:

Immer wieder tauchten die Affen auf auf unserem Weg zum Gipfel. Das war jedes Mal Unterhaltung pur. Auch wenn es nicht mehr so ganz idyllisch ist, wenn man sieht, wie die Affen die Mülleimer durchwühlen und sich nur in der Nähe der Klöster aufhalten, nicht im eigentlichen Urwald direkt. Diese Affen können Flaschen öffnen und aus ihnen trinken, Snickers-Riegel klauen, öffnen und wie ein Mensch essen, sich nach Läusen absuchen, usw. 

Nach 2 Tagen Nebel dann der erlösende Moment: Die Sonne bricht durch und der Gipfel ist erreicht! Ein wunderbares Wolkenmeer liegt unter einem, und oben steht kein Gipfelkreuz, sondern eine ca. 50 Meter hohe mehrköpfige goldene Buddhastatue:

Sobald man den Gipfel erreicht, ist eine Masse an Menschen da, die Seilbahn-Fahrer eben. Hotels stehen auf dem Gipfel, mehrere Restaurants, Baustellen für neue Hotels usw. So sieht es eben aus, auf den touristischen Gipfeln Chinas.

Da Sichuan doch eher entlegen liegt und weniger westliche (insbesondere große westliche) Menschen zu Gesicht bekommt, ist man auf dem Gipfel als großer Westler beliebtes Fotomotiv, selbst bei den Mönchen (die erstaunlich modern ausgerüstet sind):

  

Zurück dann mit der Seilbahn und dem Bus, schließlich wollten wir ja noch andere Dinge in Sichuan sehen. Unser Weg führte uns nach Dujiangyan, in der ein ca. 2000 Jahre altes (?) beeindruckendes Wasserstaudammsystem existiert. Eine Ingenieurleistung für sich. An einer Stelle dieser großen Anlage haben wir dann Abend gegessen: 

Doch dann gings nochmal ne Runde wandern...

...bevor wir schließlich doch noch zu unseren Pandas kamen (die National Week war inzwischen vorbei). Und so sahen wir außer draußen lebenden Pandas...

...unter anderem diese neugeborenen, die noch bei "der Krankenschwester" lagen:

In Sichuan leben 85% der weltweiten Pandas. Es ist der einzige Ort der Erde zusammen mit der Himalaya-Region, in der noch Pandas in freier Wildbahn leben. Jeder Panda, der irgendwo in der Welt im Zoo zu sehen ist, kommt aus Sichuan.

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Wieder in Chengdu, haben wir noch eine "Ohrenputzer-Party" auf offener Straße erlebt:

Außerdem haben wir noch die berühmte Sichuan-Oper gesehen, in der verkleidete Männer in sekundenbruchteilen ihre Masken wechseln, sodass man erschrickt, wenn einen plötzlich ein anderes Gesicht anstarrt. 

Ja. Zusammenfassend war dieser Ausflug super. Selbst in den internationalsten Hotels konnte das Staff nur Chinesisch, generell fast nur Chinesen zu sehen, mal anderes Essen gegessen, Subtropen erlebt, Affen und Pandas gesehen, einen heiligen Berg bestiegen, eine morgendliche Buddhistische Zeremonie miterlebt,...

Einzig das ewige Fotoschießenwollen der Chinesen mit uns Deutschen ging dann doch irgendwann auf die Nerven, am Anfang ganz nett, immer gefragt zu werden, aber irgendwann hat man dann auch keine Ruhe mehr. 

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Noch kurz was zum Smog: Vorgestern war der erste Tag, an dem ich eine Atemschutzmaske gegen PM2.5-Feinstaub benutzen musste. Die Luftqualität war 3 Tage am Stück schlechter geworden, sodass das dann nötig wurde. Am Sonntag morgen hatten wir aber wieder den schönsten Sonnenaufgang mit durchweg blauem Himmel, denn über Nacht war dann endlich der erlösende Wind gekommen. Trotzdem stark, ich hätte nicht gedacht, dass ich erst nach 2 Monaten das erste Mal diesen Schutz brauche. @Europäische Medien: vielleicht auch mal gute Bilder aus Beijing senden ;-)

Impressionen von der Mauer

Freitag, 02.10.2015

 

 

 

An den Wochenenden bin ich momentan mit mehreren Leuten auf der Mauer unterwegs. Aber natürlich abseits der touristischen Abschnitte, da die wirklich nicht schön sind (man steht sich nur auf den Füßen rum). Die Natur dort ist sehr schön, bergig und die Mauer teilweise ziemlich zerfallen. Das macht es sehr interessant, auf ihr entlangzuwandern.  

Auch die verbotene Stadt habe ich nun einmal besucht: 

Allerdings war die Verbotene Stadt eher enttäuschend, ein Platz reiht sich nach dem anderen und der Baustil ist immer der gleiche. 

Jo jetzt sind hier gerade National Holidays (8 Tage frei) und ich nehme in 3 Stunden den Flieger in die Sichuan-Provinz. Dort leben 85% der weltweiten Pandas. Subtropisches Gebiet, mit vielen Bergen. Wir werden einen besteigen, auf dem lauter Affen leben, die einem anscheinend alles klauen wollen. Wir werden sehen. 

Bis demnächst!

Die ersten Unterrichtswochen

Freitag, 02.10.2015

Nach paar Wochen mal wieder ein kleiner Bericht aus China: Der Chinesisch-Intensiv-Kurs hat begonnen und hielt, was der Name verspricht. 4 Stunden Unterricht am Tag müssen auch nachbereitet werden, da man sonst aufgrund der vielen neuen Schriftzeichen schnell den Anschluss verliert. Unterrichtssprache ist komplett Chinesisch, die Bücher sind Chinesisch-Englisch. Auch eine coole Umstellung, da ich zuvor immer Chinesisch-Deutsch gelernt hatte. Wir lernen Comprehension, Speaking und Listening und haben dafür jeweils unterschiedliche Lehrer. Die Qualität des Unterrichts ist gut, wir sind 14 Leute in einer "Klasse".

Was besonders interessant ist: Die vielen verschiedenen Nationalitäten, mit denen man zusammen in einer Klasse ist. Der größte Anteil sind Südkoreaner. Sie bringen eine komplett andere Mentalität mit als z.B. deutsche Schüler es gewohnt sind: Der Lehrer wird als Freund gesehen und generell wird einfach direkt geantwortet und gefragt ohne irgendwelche Hände zu heben. Ist am Anfang etwas ungewohnt aber da kommt man schnell rein. Wir haben auch 2 Leute (Kazachstaner und Südkoreaner) in der Klasse, die einfach kein Englisch können. Deshalb muss die Unterrichtssprache auch einfach Chinesisch sein, ist einfach der größte gemeinsame Nenner.

WeChat (chinesisches Instant-Messaging-Programm) ist meine zweite große Lernhilfe, dort kann man wunderbar mit chinesischen Freunden tagtäglich schreiben und so Wörter lernen, die vielleicht näher an der Alltagssprache liegen als die Wörter vom Unterricht. Die chinesische Umgebung im Alltag macht den Rest aus, und so geht's langsam aber sicher voran mit Chinesisch.

 

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